Welche Therapieformen stehen zur Verfügung?
Beckenbodengymnastik mit Bio-Feed-back (Einzel- und Gruppengymnastik)
Zunächst werden Sie nach einem Gespräch mit unseren Physiotherapeuten eine Einzelgymnastik des Beckenbodens erhalten, in dem Sie erlernen, Ihre Übungen kontrolliert auszuüben. Anschließend werden diese Übungen neben Ihren täglichen häuslichen Trainingseinheiten in Gruppen 1- bis 2mal wöchentlich erfolgen.
Vaginalkonenapplikation
Hierbei handelt es sich um kunststoffummantelte Scheidenkegel, die ein Gewicht von 20 bis 50 g haben. Diese werden zweimal täglich in die Scheide eingeführt und müssen bei Belastung (zum Beispiel beim Laufen) für ca. 15 Minuten in der Scheide behalten werden. Dadurch erlernen Sie, die Beckenbodenmuskulatur zunächst bewusst und später unbewusst anzuspannen und zu trainieren.
Medikamentöse Therapie (z. B. Hormonsubstitution)
Mit diesen konservativen Maßnahmen lässt sich in vielen Fällen die Inkontinenz ausreichend behandeln.
Operative Therapieverfahren
Hierbei ist zu bemerken, dass die Wahl der Operation stets auf Ihr persönliches Erkrankungsbild und die Untersuchungsergebnisse abgestimmt wird. Nicht jede Operationsmethode kann bei allen Formen der Blasenschwäche angewandt werden. Viele Faktoren wie z.B. vorausgegangene Operationen, anatomische Verhältnisse usw. spielen eine große Rolle für die Wahl des operativen Verfahrens.
Zu nennen wären hier insbesondere 2 Operationsmethoden für Senkungsoperationen, wie z.B.
- die Korrektur der Harnröhrenlage mittels Bauchspiegelung (Burch-Operation)
- Einlage eines TVT (Tension-free Vaginal Tape) in Lokalanästhesie.
Zu diesen beiden modernsten und gängigsten Operationsverfahren eine kurze Erklärung:
Bei der endoskopischen Burch-Operation, der sogenannten "Schlüsselloch-Chirurgie", werden drei kleine Einstiche im Bauchbereich gesetzt (einmal in der Bauchnabelfalte, zweimal im Unterbauchbereich). Hierüber werden die Operationsinstrumente in den Bauchraum eingeführt. Es erfolgt nun eine Korrektur der Harnröhrenlage (die Harnröhrenlage ist für manche Inkontinenzformen Ursache der Blasenschwäche), indem man das rechts und links neben der Harnröhre liegende Gewebe anhebt und über ein Netz bestimmten Strukturen des Schambeines annähert. Damit ist die Lage der Harnröhre wieder korrekt und die Inkontinenz behandelt.
Ein weiteres neues Operationsverfahren ist die TVT-Operation
(TVT = "Tension-free Vaginal Tape" = "Spannungsfreies Scheidenband"). Bei dieser Methode wird ein speziell entwickeltes maschenförmiges Band von einem minimalen Schnitt unter die Harnröhre bis zu den Schambeinästen geführt. Es wirkt wie ein Prellbock und führt zur sofortigen Beseitigung der Inkontinenz. Dieses Verfahren lässt eine sofortige Erfolgskontrolle der Inkontinenzoperation zu. Die Operation dauert ca. 25-30 Minuten und kann in örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Nach der Operation wird kein Blasenkatheter benötigt, die Operation verursacht wenig Komplikationen und Schmerzen.
Vorteil dieser modernen Operationsmethoden ist, dass auch ältere Patientinnen mit zum Beispiel massiven internistischen Vorerkrankungen operativ behandelt werden können, da diese Verfahren
- teilweise in Lokalanästhesie durchgeführt werden
- eine schnelle Mobilisation begünstigt wird (z. B. kein Bauchschnitt)
- eine nur geringe Komplikationsrate aufweisen
- eine hohe Heilungschance (mehr als 90 Prozent) zeigen
- nur mit einem kurzen Klinikaufenthalt verbunden sind.
Nach Durchführung der operativen Therapie besprechen wir mit Ihren behandelnden Ärzten eventuelle weitere Zusatzmaßnahmen, wie z.B. die medikamentöse Therapie oder krankengymnastische Übungen, um den Behandlungserfolg zu sichern.
Falls Sie weitere Informationen oder Untersuchungswünsche haben, stehen wir Ihnen gerne nach Rücksprache mit Ihren persönlichen Ärzten zur Verfügung.




