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Hernienzentrum am Klinikum Duisburg

Voruntersuchung und Indikationsstellung

Auf Zuweisung des Hausarztes oder auf eigene Veranlassung erfolgt zunächst eine ambulante Vorstellung in unserer speziellen Herniensprechstunde mit klinischer Untersuchung, Ultraschalluntersuchung, Diagnosestellung und Gespräch über das geeignete Operationsverfahren.

Es erfolgt immer eine individuelle Beratung hinsichtlich des optimalen Behandlungsverfahrens.

Aufnahme- und Operationstermin werden in unserem Aufnahmesekretariat vereinbart.

Die Indikation zur Operation und zu jeweils angezeigte Operation erfolgt nach den neusten, wissenschaftlichen Kriterien.

Alle heutzutage gängigen Operationsverfahren einer Hernienversorgung werden angeboten und mit entsprechender Expertise durchgeführt. Jeder Patient erhält eine ausführliche Beratung über die nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählte, für ihn beste Operationsmethode.

Ablauf des stationären Aufenthaltes

Die stationäre Behandlung auf der Allgemeinchirurgischen Station des Klinikums Duisburg erfolgt nach festgelegten Leitlinien ( Clinical Pathways).

Die Operationssäle entsprechend den modernsten Ausstattungskriterien. Die Operationen erfolgen nach den aktuellen Stand der Hernienchirurgie mit individuell angepassten Operations- und Narkoseverfahren.

Der Patient erhält bei Entlassung ein Merkblatt mit Verhaltensempfehlungen, wobei diese je nach Art des Bruches noch individuell modifiziert werden.

Nach Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgt in der Regel eine abschließende Untersuchung und Beratung in unserer Herniensprechstunde.

Ambulantes Operieren

Ambulante Operationen sind bei Fehlen von Risikofaktoren und Gewährleistung einer postoperativen, ausreichenden, sozialen Betreuung des Patienten zu hause ebenfalls möglich und werden in Zukunft an Bedeutung zunehmen.

Ambulante Operationen werden standardmäßig in unserer Klinik durchgeführt.

Nachbehandlung

Alle Patienten werden sowohl während der Operation als auch in der Vor- und Nachbetreuung durch dasselbe, eingespielte Team betreut. Die Operationen werden ausschließlich durch die in der Hernienchirurgie erfahrene, versierte Operateure durchgeführt.

Operationsverfahren beim Leistenbruch

  • Operation nach Shouldice

    Bei dieser Operationsmethode wird die Leistenhinterwand mit körpereigenem Material verstärkt. Es erfolgt somit eine Rekonstruktion der schwachen Bauchwand. Dieses Verfahren wird vornehmlich bei jüngeren Patienten angewandt, da hier das zu rekonstruierende, körpereigene Material eine entsprechende Festigkeit vorweist. Die Ergebnisse sind exzellent, bei kleineren Defekten unter 3 cm kommt es lediglich bei 1,4 % der Patienten zu Rezidiven.

  • OP nach Lichtenstein

    Die offene Hernienreparation nach Lichtenstein hat sich in den letzten Jahren zu der weltweit am häufigsten angewandten, konventionellen Operationsmethode entwickelt. Die Bruchlücke wird als Onlay-Plastik mit einem  Kunststoffnetz bedeckt und dadurch verschlossen.

  • Verschluss einer kindlichen Leistenhernie

    Da hier kein Defekt der Bauchdecke vorliegt, ist der alleinige Verschluss der Bauchfellausstülpung ausreichend, der Eingriff wird schnell und unproblematisch durchgeführt, überwiegend ambulant angeboten.

Laparoskopische Versorgung einer Leistenhernie

  • TEEP

    Bei diesem Verfahren wird über eine Videoendoskopie der Defekt in der Bauchdecke mit einem großen Kunststoffnetz abgedeckt, der eigentliche Bauchfellsack wird nicht eröffnet, man operiert in einem Raum zwischen Bauchdecke und Bauchfellsack. Dieses Verfahren ist nur in Vollnarkose möglich. Die Ergebnisse sind exzellent, da bei diesem Verfahren alle drei potentiellen Bruchpforten neben der eigentlichen betroffenen verschlossen werden können.

  • TAPP

    Auch hier ist das Einbringen eines Kunststoffnetzes notwendig, es erfolgt eine Bauchspiegelung durch den Bauchfellsack hindurch. Das Bauchfell wird im Bruchbereich abpräpariert, nach Einlage des Netzes unter Abdeckung aller drei Bruchpforten wiederum verschlossen. Auch diese Operation ist nur in Vollnarkose möglich.

    Laparoskopische Operationen zum Verschluss von Leistenbrüchen werden in unserer Klinik vornehmlich durchgeführt. Es handelt sich um ein elegantes Verfahren mit exzellenten Ergebnissen hinsichtlich einer Rezidivquote. Nicht unerwähnt bleiben sollte der exquisite Komfort für die Patienten. Zu nennen sind weniger postoperative Schmerzen als bei herkömmlichen Verfahren und die nahezu sofortige, volle Belastbarkeit im Sportalltag und im Berufsleben.

  • Nabelbruch, Bauchdeckenbruch

    Bei Versorgung oben genannter Brüche handelt es um vergleichsweise kleine Eingriffe, die Bruchlücken liegen in der Regel unter 1,5 cm, in diesen Fällen können sie durch direkte Nähte verschlossen werden. Da aber gerade bei den Bauchdeckenbrüchen im Oberbauch die Rezidivrate bei 10 % liegen kann, sollte in diesen Fällen auch bei kleinen Hernien eine Netzverstärkung erfolgen, um das Rezidivrisiko zu senken. Es kommen sowohl konventionelle Operationsmethoden als auch laparoskopische OP- Verfahren zur Anwendung. Zunehmend an Bedeutung gewinnt das so genannte IPOM-Verfahren. Hierbei wird durch eine Bauchspiegelung ein beschichtetes Hightec Netz von innen an die Bauchdecke geheftet, hierdurch ist auch ein suffizienter Verschluß der Bruchlücke gewährleistet.

  • Narbenbrüche

    Da hier von einer gestörten Nahtbildung ausgegangen werden muss, ist die alleinige Versorgung des Defektes mit körpereigenem Gewebe nicht immer Erfolg versprechend. Vielmehr wird eine langfristige Stabilität nur erreichet, wenn die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt wird. Um einen hohen Schutz vor einem Rückfallbruch zu erreichen, muss das Netz die alte Narbe in allen Richtungen mindestens 5 cm überlappen. In den letzten Jahren kristallisierte sich als optimale Operationsstrategie die so genannte Sublay-Technik heraus. Hierbei wird das Netz zwischen Bauchfell und eigentlicher Bauchwand platziert. Diese neuartige Operationstechnik hat in den letzten Jahren zu einer deutlichen Senkung des Rezidivbruches beigetragen. In letzter Zeit wird auch bei diesen Narbenhernien in unserer Klinik die oben beschriebene IPOM Technik durchgeführt.

Keine seltene Erkrankung
Schlaganfälle sind die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter.